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2 Auf den Spuren des neuen Christentums

Der Kreuzzug – auf den Spuren des neuen Christentums

52', von Andrea Müller und Adrian Zschokke

 

 

Die neuen christlichen Bewegungen boomen, allen voran die Pfingstkirchen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Massenveranstaltungen, Heilungsgottesdienste und ein sehr emotionaler Zugang zum Glauben zeichnet sie aus. Eine Reportage aus Brasilien, Ghana und der Ukraine.

Die «Lighthouse Chapel International» veranstaltet gigantische Tourneen durch Niger und Burkina Faso, die Tausende von Gläubigen in ihren Bann ziehen. In der Ukraine konkurrenziert die «Embassy of God» die orthodoxen Mehrheitskirchen mit aufwühlenden Gottesdiensten und beeindruckenden Sozialprogrammen für Strassenkinder. Und im katholisch geprägten Brasilien mobilisieren Freikirchen wie «Renascer em Cristo» eine Million Gläubige für ihren «Jesusmarsch».

 

Vor 200 Jahren sandte die Basler Mission ihre Prediger in den Süden, um „die Seelen der Wilden“ zu retten. Ein Schwerpunktgebiet der Basler Mission war die „Goldküste“ in Afrika, das heutige Ghana

 Das Christentum hat sich weiterentwickelt, nicht zuletzt in den Slums, den „Abfalldeponien der Globalisierung für Menschen“. Neue, fundamentalistische Kirchen boomen. Zum Beispiel die Lighthouse Chapel Internationalhttp://www.lighthousechapel.org/

Ihr Gründer, Dag Heward-Mills, ist Halbschweizer, - seine Mutter Judith stammt aus dem Baselbiet -, und er versteht sich explizit als Nachfolger der Basler Mission. Er will die frohe Botschaft von Ghana aus in der ganzen Welt verbreiten. "This is the Basler Mission continued." Er nimmt uns mit auf seine "Jesus Healing Campaign" , auf eine Tour nach Niamey und Ouagadugou, wo er mit einem Riesenkonvoi einfährt. Am Morgen bietet seine Truppe ein Ambulatorium an, - Dag ist selbst ausgebildeter Arzt- , wo sie den Notleidenden mit Gratisheilmitteln und Konsultationen helfen, am Abend gibt es vor 20000 Zuhöhern Heilungsgottesdienste.

Der zweite Teil des Films spielt in der Ukraine. Auch hier ist es ausgerechnet ein Schwarzer, der die grösste Neukirche Europasgegründet hat, die Embassy of God. http://www.godembassy.com/

Sunday Abelaja, ein Nigerianer, studierte in Russland und gründete dort seine erste Kleinkirche. Als "Gott mir den Auftrag gab, eine Kirche für Tausende zu gründen", zweifelte er an der Durchführbarkeit dieses Plans. Erst in der Ukraine gelang es ihm, vor allem dank eines grossen Engagements im Sozialwesen, eine Megakirche aufzubauen. In der orangen Revolution engagierte sich Pastor Sunday an vorderster Front, in der Revolution 2014 ist er diskreter, weil er politische Repressionen für seine Kirche befürchtet. 

Der letzte Teil des Films führt uns nach Brasilien, an die "marcha para Jesus". Jedes Jahr werden Jesusmärsche in allen grossen Städten des Riesenlandes veranstaltet. In Sao Paulo nehmen zwei Millionen Menschen an der Parade teil. Der Organisator dieses Grossanlasses ist das Gründerpaar der Renascer em Cristo, http://www.renasceremcristo.com.br/

Sonia und Estevam Hernandez, Apostel Estevam. Renascer ist die drittgrösste Kirche der explodierenden evangelikalen Bewegung. Im traditionell katholischen Brasilien werden die Neoprotestanten vermutlich bald die Mehrheit bilden. Jetzt schon sind sie eine politische Macht im Land und keine Partei kann es sich leisten, sie zu ignorieren. 

Aber die äusserst konservative, stark von der amerikanischen Pfingstbewegung beeinflusste Agenda der Kirchenführung passt nicht allen Pastoren. Es gibt eine neue Generation von Predigern, die sich für eine stärkere Einmischung gegen die Korruption, für einen gerechteren Sozialstaat einsetzt. Pastor Antonio Costa ist Gründer und Präsident der Rio de Paz, http://www.riodepaz.org.br/                 einer Organisation in Rio der Janeiro, die in der Favela Jacarezinho mit viel Fantasie und Engagement versucht, die Leute gegen den Drogenkrieg und - aktuell - gegen die grössenwahnsinnigen Projekte um die WM 2014 und die Olympiade 2016 zu organisieren. Er kritisiert an den evangelikalen Grosskirchen, deren Engagement er im Sozialwesen durchaus anerkennt, dass sie "bloss gute Sklavenhalter sind, anstatt, dass sie die Sklaverei abschaffen und die Armen befreien."  


 

 

 

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  172k v. 1 May 21, 2016, 4:42 AM Adrian Zschokke
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